Leitfaden zur AC-/DC-Ladeparkplanung

Wählen Sie die Ladeleistung nach Standzeit – nicht nach dem größten kW-Wert.

AC lädt Fahrzeuge während längerer Standzeiten. DC versorgt Fahrzeuge mit engem Abfahrtsfenster. Ein praxistauglicher Standort verbindet beide Aufgaben innerhalb einer bestätigten Leistungsobergrenze.

AC-/DC-Ladeplan erstellen
Beispiel für einen AC-/DC-Ladeplan Illustrative EVBBC-Standortplanung mit koordiniertem AC- und DC-Laden
AC-Frage Wie lange steht das Fahrzeug?

Längere Standzeiten senken die benötigte Durchschnittsleistung.

DC-Frage Wie schnell muss es weiterfahren?

Bei kurzem Umlauf wird höhere Ladeleistung relevanter.

Standortfrage Wie viele laden gleichzeitig?

Die Anzahl der gleichzeitig ladenden Fahrzeuge – nicht die Gesamtzahl der Stellplätze – bestimmt den Leistungsbedarf.

01 — Die Kurzantwort

Nutzen Sie AC für die Grundabdeckung und DC als Prioritätsspur.

Beginnen Sie nicht mit einer festen AC-/DC-Quote. Gruppieren Sie Fahrzeuge nach Standzeit, Energiebedarf und Abfahrtszeit. Ordnen Sie jeder Gruppe anschließend die niedrigste praxistaugliche Ladeleistung zu.

Ein ausgewogener Gewerbestandort trennt meist drei Aufgaben
  1. 01

    Laden während längerer Standzeiten für Gäste, Mitarbeitende oder Nachtflotten.

  2. 02

    Schnelleres Laden für kurze Aufenthalte oder zeitkritische Fahrzeuge.

  3. 03

    Eine Standortsteuerung, die beide Gruppen innerhalb der verfügbaren Leistung koordiniert.

02 — Fünf Entscheidungen für den Einkauf

Leiten Sie den Lademix aus dem Fahrzeugbetrieb ab.

Diese Schritte zeigen, warum jede Ladeebene benötigt wird, bevor Stückzahlen festgelegt werden.

  1. 01

    Fahrzeuge nach Standzeit gruppieren

    Trennen Sie Nacht-, Ganztags-, Ein-bis-zwei-Stunden- und Kurzzeitfahrzeuge.

  2. 02

    Energie je Aufenthalt ermitteln

    Erfassen Sie, wie viele Kilowattstunden jedes Fahrzeug bis zur Abfahrt nachladen muss.

  3. 03

    Benötigte Durchschnittsleistung berechnen

    Teilen Sie den Energiebedarf durch die verfügbaren Ladestunden und berücksichtigen Sie anschließend reales Ladeverhalten und Verluste.

  4. 04

    AC-Basis und DC-Prioritätsspur bilden

    Setzen Sie AC dort ein, wo ausreichend Zeit vorhanden ist, und reservieren Sie DC für Fahrzeuge, bei denen ein schneller Umlauf betriebliche Wirkung hat.

  5. 05

    Leistungsobergrenze des Standorts anwenden

    Koordinieren Sie parallele Ladevorgänge so, dass der gesamte Lademix innerhalb der bestätigten Gebäude- oder Netzgrenze arbeitet.

03 — AC und DC in Einkaufssprache

Beide sind sinnvoll, wenn ihre jeweilige Aufgabe klar ist.

AC

Laden, während das Fahrzeug ohnehin parkt

Eine wirtschaftliche Grundabdeckung für Hotels, Büros, Wohnanlagen und nächtlich abgestellte Flotten.

DC

Mehr Energie während eines kurzen Stopps nachladen

Eine Prioritätsspur für öffentliche Kurzstopps, Flottenumlauf und andere zeitkritische Fahrzeuge.

04 — Ladeleistung prüfen

Leiten Sie aus der Parkdauer die benötigte Fahrzeugleistung ab

Durchschnittliche Ladeleistung ≈ nachzuladende Energie ÷ verfügbare Ladestunden Rechenbeispiel: 40 kWh in 8 Stunden ≈ 5 kW Durchschnitt; 40 kWh in 1 Stunde ≈ 40 kW Durchschnitt

Dies ist ein Planungsvergleich und keine zugesagte Ladezeit. Aufnahmeleistung des Fahrzeugs, Batteriestand, Ladekurve, Verluste und Standortgrenzen beeinflussen die tatsächliche Leistung.

05 — Ladegeschwindigkeit an die Parkdauer anpassen

Der Betriebsablauf bestimmt den Ausrüstungsmix.

Dieselbe Stellplatzzahl kann je nach Standzeit und Abfahrtsdruck ein sehr unterschiedliches Ladesystem erfordern.

Hotel oder Resort

Betriebs- und Standzeitmuster
Gäste bleiben über Nacht
Praktischer Planungsansatz
Mit AC-Grundabdeckung beginnen; eine kompakte DC-Option nur dort abgleichen, wo schnelles Nachladen für Gäste einen klaren Nutzen hat.
Vor der Auslegung bestätigen
Gastzugang, Parkdauer und nächtliche Gebäudelast.

Einkaufszentrum oder Büro

Betriebs- und Standzeitmuster
Kurzbesuche und ganztägige Aufenthalte überschneiden sich
Praktischer Planungsansatz
Eine AC-Basis mit einer kleineren DC-Spur für schnelleren Durchsatz kombinieren.
Vor der Auslegung bestätigen
Aufenthaltsdauer, öffentliches Abrechnungsmodell und Objektspitzenlast.

Flotte mit Rückkehr zum Depot

Betriebs- und Standzeitmuster
Fahrzeuge fahren nach bekannten Schichten
Praktischer Planungsansatz
AC zeitgesteuert für lange Fenster nutzen und DC den Fahrzeugen mit der frühesten Tour zuordnen.
Vor der Auslegung bestätigen
Energie je Tour, Ankunftswellen und Abfahrtspriorität.

Öffentlicher Standort oder Tankstelle

Betriebs- und Standzeitmuster
Fahrer erwarten einen kurzen Stopp
Praktischer Planungsansatz
DC als zentrale Ladeebene planen; vor Auswahl der Leistungsklasse Netzleistung und Fahrzeugaufnahme abgleichen.
Vor der Auslegung bestätigen
Verkehrsaufkommen, Gleichzeitigkeit, Anschlussstandard und Netzkapazität.
06 — Der vollständige Lademix

Vier koordinierte Ebenen sind belastbarer als eine reine Ladeliste.

Kombinieren Sie eine breite AC-Abdeckung, gezieltes DC-Laden, Standort-Leistungssteuerung und Berichte in einem abgestimmten Paket.

AC-Abdeckung

Ladepunkte für längere Standzeiten

7–22-kW-Klasse je Ladepunkt In Ihrem Angebot spezifiziert
Warum Bestandteil der Lösung

Nutzt die vorhandene Parkzeit für eine breite, wirtschaftliche Abdeckung.

Gewerbliche AC-Wallbox für längere Fahrzeugstandzeiten
DC-Priorität

Schnellladespur

Leistung nach Umlaufbedarf auswählen In Ihrem Angebot spezifiziert
Warum Bestandteil der Lösung

Bedient Kurzaufenthalte und tourkritische Fahrzeuge, ohne jeden Stellplatz mit hoher Leistung auszubauen.

Gewerblicher DC-Schnellladepunkt
Schützen

Standortsteuerung gegen Überlastung

Gemeinsame Leistungsgrenze für AC + DC Option zum Schutz der Standortleistung
Warum Bestandteil der Lösung

Koordiniert beide Ladeebenen innerhalb der konfigurierten Standortgrenze.

Standortsteuerung zur Koordination von AC- und DC-Ladepunkten
Betreiben

Abrechnung und Live-Auswertung

Zugang + Status + Ladevorgangsberichte In Ihrem Angebot spezifiziert
Warum Bestandteil der Lösung

Steuert öffentliche Bezahlung, Gastzugang oder Flottenberichte über eine gemeinsame Betriebsebene.

Softwareoberfläche für Bezahlung und Auswertung von Ladevorgängen
07 — Angaben für Ihr Angebot

Senden Sie die Angaben, die einen sinnvollen AC-/DC-Mix bestimmen.

Sie benötigen nicht alle Angaben, um zu beginnen. Je mehr Standortdaten Sie bereitstellen, desto genauer lassen sich Ausstattung und Leistungsumfang kalkulieren.

  • Standortart und Zielland
  • Fahrzeugtypen und Anschlussstandards
  • Typische Ankunfts- und Abfahrtszeiten
  • Benötigte Energie je Fahrzeug bis zur Abfahrt
  • Erwartete gleichzeitige Ankünfte
  • Ladeplätze in der ersten Ausbaustufe
  • Verfügbare Standortleistung oder Stand der Netzbetreiberanfrage
  • Bedarf an öffentlicher Bezahlung, Gastzugang oder Flottenauswertung
  • Späterer Ausbauplan
  • Geplanter Eröffnungstermin
08 — Fragen zum AC-/DC-Lademix

Antworten vor Festlegung von Leistung und Stückzahlen.

01 Ist DC-Laden automatisch besser, weil es schneller ist?

Nein. Höhere Leistung ist wertvoll, wenn ein Fahrzeug schnell weiterfahren muss. Bei mehrstündiger Standzeit kann AC die benötigte Energie mit geringerem Geräte- und Infrastrukturaufwand bereitstellen.

02 Sollte jeder Stellplatz denselben Ladepunkt erhalten?

Nicht zwingend. Ein gemischter Standort kann Fahrzeugen mit langer Standzeit, schnellem Umlauf und hoher Priorität unterschiedliche Ladeaufgaben zuordnen.

03 Liefert ein Ladepunkt immer seine Nennleistung?

Die tatsächliche Leistung hängt zusätzlich von Fahrzeug, Batteriestand, Ladekurve, Temperatur und der konfigurierten Standortgrenze ab.

04 Können AC- und DC-Ladepunkte dieselbe Gebäudegrenze nutzen?

Ja, wenn Messung und Standortsteuerung gemeinsam ausgelegt werden. Die endgültige Grenze und das Schutzkonzept bleiben projektspezifisch.

05 Wie wählt eine Flotte zwischen AC-Nachtladen und schnellem DC-Laden?

Vergleichen Sie den Energiebedarf jeder Tour mit dem Standzeitfenster. Nutzen Sie geringere Leistung, wenn der Fahrplan dies zulässt, und reservieren Sie schnelleres Laden für frühe oder besonders energieintensive Abfahrten.

06 Wie plane ich eine spätere Erweiterung?

Legen Sie die spätere Stellplatzzahl früh fest. Abgleichen Sie dann freie Verteilungskapazität, Leitungswege, bauliche Vorleistungen und die Erweiterbarkeit der Software bereits in Phase eins.

Bereit, Standzeiten in ein klares Ausrüstungskonzept zu übersetzen?

Erstellen Sie in einer Minute Ihre erste AC-/DC-Ladeparkübersicht.

Wählen Sie Standortart, Stellplätze, Zielland und Fahrzeuganschlüsse. Die Empfehlung erklärt die Aufgabe jeder Ladeebene.

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